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Bericht über ein Sozialprojekt mit Kindern in Südindien.

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Die Kinder von Killankulam
Killankulam ist ein kleines Dorf in Südindien, nahe Madurai, der Stadt mit dem
sehenswerten Meenachi Tempel, welches du nicht einmal auf der Karte findest. Es
ist ein vergessenes Dorf. Nicht einmal eine Ortstafel existiert und die
Abzweigung an der Hauptstrasse findet nur der, der dort geboren wurde. Viele
solcher Dörfer existieren in Indien. Vergessen von der Regierung und
internationalen Hilfsorganisationen geht das Leben trotzdem seinen Lauf.
Seit 100 Jahren hat sich hier nicht viel verändert. Die Häuser sind aus Lehm
gebaut und haben meist nur einen Raum in welchem die Familie nachts schläft.
Hinter dem Haus wird auf einer offenen Feuerstelle gekocht. Das Wasser wird
meist von den Kindern und Frauen einmal am Tag vom Ortsbrunnen geholt. Toiletten
gibt es nicht, ebenso wenig wie eine Kanalisation.
Dieses Dorf ist nun für die nächsten 3 Monate mein Zuhause. Es war für mich
beeindruckend mit welcher Herzlichkeit ich hier aufgenommen wurde. Die
Gastfreundschaft ist überwältigend und gekennzeichnet von Offenheit und Freude
jemanden aus dem Westen kennen lernen zu dürfen.
Ich arbeite hier an einem Projekt eines australischenTantra Lehrers und einer
Holländerin mit, in welchem es darum geht einigen Kindern eine Zukunft
aufzuzeigen und sie in dieser Entwicklung positiv zu unterstützen. Dabei geht es
nicht um die oft zitierte Schüssel Reis sondern um Achtsamkeit gegenüber den
Ressourcen - Wasser und Nahrung. Weiters auf die tägliche Hygiene zu achten, die
Kleidung in Ordnung zu halten und Verantwortung zu übernehmen. Es wird bewusst
auf eine ausgewogene Ernährung geachtet, was hier völlig unüblich ist.
Ziel ist es, Kindern, die sich weiterentwickeln wollen eine Hoffnung zu geben.
Bisher gab es für Mädchen nur die Arbeit am Feld, im Haus oder am Bau als
Lastenträgerinnen!! Für Buben Bauer oder die Arbeit im nahe gelegenen Steinbruch.
Der Tageslohn maximal 0,50 Euro, damit ist es unmöglich eine höhere Schule für
die Kinder zu finanzieren. Kaum einer kommt aus dem Dorf heraus und die
Ausbildung in der örtlichen Schule ist nicht ausreichend. Alle Kinder aller
Schulstufen werden in einer Klasse unterrichtet. Im Unterrichtsfach Englisch
lernen sie zwar englische Gedichte auswendig, sie verstehen aber weder deren
Inhalt noch können sie mit jemanden in Englisch kommunizieren. Die
Bundesregierung von Tamil Nadu hat sogar die Anzahl der Englischstunden
reduziert. Dies vermindert auch die Jobchancen außerhalb dieses Bundesstaates.
Ganz im Gegensatz zum Bundesstaat Kerala, wo ich im perfekten Englisch auf
aktuelle politische Themen angesprochen worden bin.
Hier auf dieser Anlage lernen die Kinder sich in Englisch zu unterhalten. Dies
soll ihnen ermöglichen auf eine höhere Schule zu gehen, in welcher die
Unterrichtssprache Englisch ist. Weiters sind die beiden Gründer dieses Projekt
bemüht aus Spendengeldern in Zukunft Stipendien zur Verfügung zu stellen. Im
Durchschnitt werden zwischen 5 - 10 Kinder betreut. Das Projekt ist offen d.h.
wer kommen will kann kommen. Manchmal sind 5 Kinder zum Abendessen da, manchmal
10. Ca. 5 Kinder schlafen auch permanent in der Anlage, 2- 3 fallweise. Sie sind
weiterhin in sozialem Kontakt mit ihren Eltern und Geschwistern. Zum Teil
arbeiten die Eltern mit in der Anlage und unterstützen mit ihrer Arbeitskraft
das Projekt. Sie bekommen auch einiges von der Milch der Milchkühe, des
angebauten Obst und Gemüses. Langfristig wird versucht eine Unabhängigkeit für
die Grundversorgung aufzubauen. Die Kinder lernen selbständig sich um das Gemüse
zu kümmern und erleben so das Erfolgserlebnis von Säen und Ernten. Es ist für
mich immer wieder beeindruckend welche Freude die Kinder hier zeigen, wenn man
sich mit ihnen unterhält und sich um sie kümmert.
Das war einmal der erste Teil aus Killankulam. Wenn es euch gefallen hat, folgen
noch weitere Geschichten aus dem vergessenen Dorf.
Wenn ihr noch mehr wissen wollt schreibt mir an: SriDurga@ifc-net.org
Da dieses Projekt auf Spenden angewiesen ist, gibt es hier die Möglichkeit
Online zu spenden.
Im Namen der Kinder von Killankulam schon jetzt ein herzliches Dankeschön.
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